CANYONS, GROTTEN UND HÖHLEN
Wer etwas anderes als die „normale“ Mittelmeerkost des Urlaubstauchens sucht, der sollte
die Besonderheit der menorquinischen Unterwasserwelt entdecken. Sie offenbart sich in bewundernswerten Höhlen, die wie Bienenwaben die ganze Küste durchziehen. Lassen Sie
sich vom Anblick versunkener Tropfsteinhöhlen mit unzähligen Stalagmiten und Stalagtiten verzaubern. Diese Canyons, Grotten und Höhlen sind
in ihrer Schönheit einzigartig im Mittelmeer und sind alleine schon ein Tauchurlaub wert.
GEOGRAPHIE
Mit 701 qkm Gesamtfläche ist Menorca eineinhalbmal so groß wie Ibiza, mißt aber nur ein Fünftel der Fläche Mallorcas. Vom Cap Sa Mola bis
zum Cap de Bajolí erstreckt sich die Insel über eine Länge von 47 km, bei einer Breite von 10 bis 19 km. Vor der 286 km langen Küstenlinie
tummeln sich eine Schar von 30 kleineren Inseln. Die wichtigsten sind Illa de les Bledes, die Illa dels
Porros, die Illa d’en Colom, die Illa de l’Aire und die Illas d’Addaia; sie sind alle unbewohnt.Von der großen Schwester
Mallorca trennen Menorca kaum 75 Kilometer an der schmalsten Meeresstelle zwischen Cap d’Artrutx und Cap
Freu. Barcelona ist 241 Kilometer entfernt, Afrika nur rund 380 Kilometer.
KLIMA
Menorca hat ein angenehmes Mittelmeerklima mit milden, aber feuchten Wintern (5 bis 10° C im Mittel) und trockenen, heißen Sommern. Dabei
liegen die Temperaturen selten über 33° C und es weht ständig eine leichte Brise. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt bei 68%; im Winter ist sie
meist höher.
VORCHRISTLICHE KULTUREN
Eines der letzten großen Rätsel des Mittelmeerraumes ist die über 7.000 Jahre alte
megalithische Kultur Menorcas. Mehr als 1.000
vorgeschichtliche Kulturdenkmäler lassen sich auf der Insel finden. Etwa 200 v.Chr. entstanden die ersten Steindörfer und Navetas, die die Form
eines umgedrehten Bootsrumpfes haben und als Grabkammern dienten. Typisch für die ca. 1500 v.Chr.
sich entwickelnde Zivilisation des westlichen Mittelmeerraumes, die auf den Balearen als
Talaiotkultur bezeichnet wird, sind die Talaiots, große meist runde Türme. Sie dienten
höchstwahrscheinlich als Wachtürme oder als Verteidigungsanlagen. Ferner gibt es auf der Insel viele Taulas. Wie
über- dimensionale bis zu 5
Meter hohe Tische sind sie aus zwei tonnenschweren Steinblöcken zusammengesetzt. Taulas gibt es nur auf Menorca. Waren es Opfertische,
primitive Observatorien, oder ...? Sie sind das große ungelöste archäologische Rätsel Menorcas,
vergleichbar mit dem Steinkreis von Stonehenge in England.
Über 30 ausgegrabene Taulaanlagen, die noch fast vollständig erhalten sind, und die
zahllosen Navetas und Talaiots machen Menorca zu einem einzigartigen
Freilichtmuseum.
ETWAS ÜBER DIE BESUCHER MENORCAS
Weit über die Hälfte der ca. 700.000 Gäste pro Jahr stammen aus Großbritanien. Erst dann kommen Urlauber aus Deutschland und Spanien,
beide jeweils mit etwa 15%. Dem Geschmack der Mehrheit wurde das Angebot an Unterkünften angepasst. 194
Apart- hotels mit 19.099 Betten steht eine vergleichsweise bescheidenen Anzahl von Hotels gegenüber: 95 Betriebe mit 21.306 Betten. Der einzige Campingplatz mit Stellplätzen
für 100 Zelte befriedigt die Nachfrage kaum. Reservierungen sind hier angeraten; wildes Campen kann mit unangenehmen Überraschungen
enden. Und die Menschen selbst, die hier zu Hause sind, die 65.000 Menorquiner? Bis heute sind sie gastfreundlich und gutmütig, bis heute leben alte
Legenden im magischen Menorca in trauter Eintracht mit den progressiven Geistern der Balearen.
DIE HAUPTSTADT MAHÓN
Mahón wurde während der englischen Besatzungszeit 1722 Inselhauptstadt. Gegründet wurde Mahón ursprünglich durch die Karthager. Die
Architektur der Stadt ist durch die Engländer stark beeinflusst worden. Das um 1500 erbaute Stadttor Pont de Sant Roc ist der einig erhaltene
Teil der mittelalterlichen Stadtmauer.
AUSFLÜGE
Menorca bietet sich für eine Vielzahl von äußerst interessanten und schönen Tages- und
Halbtagesausflügen an. Hier seien auszugsweise drei genannt:

Es Mercadal
Der im Inselzentrum gelegene Ort mit seinen weiß gekalkten, eng aneinander gebauten Häusern strahlt eine beschauliche Ruhe aus und ist
Ausgangspunkt für die Auffahrt auf den mit 357 Metern höchsten Berg Menorcas, den Monte Toro. Auf dem Gipfel befindet sich ein
Augustinerkloster aus dem Jahre 1595. Kurz vor Sonnenuntergang hat man den besten Blick über die gesamte Insel; bei klarem Wetter sieht
man sogar die Ostküste Mallorcas.

Torre d’en Gaumés
An der Landstraße Alaior - Son Bou -etwa bei km 2,5- liegt eines der besonders
ausge- dehnten archäologischen Fundgebiete der Balearen. Drei
„Talaiots“ und ein „Taula“- Heiligtum müssen sich um 1400 v.Chr. zu einer regelrechten Stadt
zusammengeschlos- sen haben. Man findet noch sichtbare Reste von Schutzwällen, Zisternen, Räumen,
Vor- ratskammern und Höhlen. Ältester Teil der Anlage sind die Grabkammer und eine
stein- blockgedeckte Halle.
Cales Coves
Die insgesamt etwa 150 Höhlen haben eine vielschichtige Vergangenheit. Die ältesten stammen aus dem 11. Jahrhundert v.Chr. und dienten als
Wohnstätten. Bis ins 4. Jahr- hundert v.Chr. grub man größere Höhlen ins Gestein, in der Regel mit zentraler Stütze und Schlafnischen. Auch
römische Spuren sind gefunden worden.
ANREISE
MIT DEM FLUGZEUG
Nur rund zwei Stunden trennen Menorca von allen wichtigen Flughäfen.
CONDOR und HAPAG-LOYD fliegen von fast allen deutschen Flughäfen nach Mahón.
MIT DEM AUTO
Die Anreise erfolgt über Fankreich (am besten Dijon - Lyon - Nimes), dann auf der A15 nach Perpignan, bei Figueres über die Grenze (24
Stunden geöffnet) nach Spanien und zur Fährverbindung nach Barcelona oder Valencia. Die Autobahnen in Frankreich und Spanien sind
gebührenpflichtig!
REISEINFORMATIONEN
EINREISE
Von EU-Flughäfen aus sind kein Personalausweis oder Reisepass erforderlich.
DEUTSCHES KONSULAT AUF MENORCA
Matthias Roters; Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland; C/. des Negres, 32;
07703 Mahón; Tel. (971) 36 16 68; Fax (971) 36 90 12
ZOLL
Es gelten die bekannten Zollvorschriften und Zollfreimengen.
SPRACHE
Katalan mit Dialekt menorqui. Deutsch spricht fast niemand auf Menorca. Dafür kommt man mit Englisch sehr gut weiter.
WÄHRUNG
Seit 2002 kann überall mit EURO bezahlen.
POLIZEI
Es gibt drei verschiedene Polizeieinheiten in Spanien. Die Guardia Civil ( grüne Uniform) für Verkehr, Zollvergehen und Kriminalität im
ländlichen Bereich, die Policía Municipal (blau-weiße Uniformen) für den Stadtverkehr und die Policía Nacional (dunkelblaue Uniformen) für die
Verfolgung von Straftaten im Stadtbereich.
VERKEHR
Die Verkehrszeichen und -regeln sind in Spanien mehr oder weniger die gleichen wie sonst in Europa. Zu beachten ist: Geschwindigkeit
außerhalb von Ortschaften max. 90 km/Std.; innerhalb max. 50 km/Std. Sicherheitsgurte müssen immer angelegt sein und
Kinder unter 12 Jahren dürfen nur auf den Rücksitzen Platz nehmen. Man fährt auf Menorca mit einer gewissen Nonchalance. Das wird besonders deutlich vor
Fußgänger- überwegen, die weitgehend ignoriert werden, und vor Ampeln, wo man gern noch bei Gelb/Rot durchrauscht. Die Promillegrenze liegt bei 0,5; es gibt zunehmend Alkoholkontrollen.
ÄRZTE
Es gilt der deutsche Auslandskrankenschein. Totzdem müssen ärztliche Leistungen oft bar bezahlt werden; verlangen Sie dann unbedingt eine
offizielle Rechnung. Seit Ende 1994 gibt es für Notfälle einen Sammelruf. Krankenwagen sind Tag und Nacht erreichbar unter 061.
ELEKTRIZITÄT
In der Regel 220 V; nur noch ganz selten 125 V. Bei älteren Steckdosen benötigt man einen Adapter, den man in fast jedem Elektrogeschäft
kaufen kann.
KINDER
Menorca ist eine kinderfreundliche Insel. Sie bietet einen einen überdurchschnittlichen Service für Familien mit Kindern.
ZEITUNGEN
Alle wichtigen deutsch- und englischsprachigen Tages- und Wochenzeitungen sind auf Menorca zu haben; manchmal ein oder zwei Tage später.
TELEFONIEREN
Mehr und mehr nur noch mit Magnetkarten, die in Kiosken und Poststellen zu bekommen sind.
TRINKGELD
Als Faustregel gilt: 5-10% des Rechnungsbetrages bei zufriedenstellendem Service.
HAUSTIERE
Mitgebrachte Hunde und Katzen müssen gegen Tollwut geimpft sein. Die tierärztliche Bescheinigung mit Impfdaten ist mitzubringen.
RADIO
Deutsche Welle über Kurzwelle: 49m-Band, 6115 bzw. 6075 kHz; oder 31m-Band, 9545 kHz.
GESCHÄFTE
Öffnungszeiten normal 9.00 - 13.30 und 17.00 - 20.30. Sonntags ist
geschlossen. Während der Saison haben viele Geschäfte auch bis 22.00 Uhr
und Sonntags früh geöffnet.
KERAMIK
Menorca bietet eine reiche Auswahl an Keramik. Farbenfrohe, rustikale Motive stehen dabei im Vordergrund.
BADEN
Besonders Menorcas Süden ist bekannt für seine starken Meeresströmungen, die vornehmlich an den größeren, offenen Stränden tückisch sein
können. Der Inselnorden kann beim Wehen der Tramuntana gefährlich werden.
Copyright
- Informationen |